Die venetischen Lagunen, eine in der Welt
einzigartige Landschaft
Die venetischen Lagunen begleiten den gesamten westlichen Bogen
der Oberen Adria vom Po-Delta bis zu den Grenzen des Karst,
entlang der Mündungszone der Flüsse des Nord-Osten, oder, um nur
die wichtigsten zu nennen, die Adige (Etsch), die Brenta, die Sile,
die Piave, der Fluss Tagliamento und der Isonzo. Ursprünglich
wurde der Übergangsstreifen zwischen Festland und Meer von den Lagunenlandschaften in stetiger Entwicklung durch die konstante
Zuführung von Schwemmmaterial gekennzeichnet.
Dies war eine
nachteilige Dynamik für die menschliche Aktivitäten, besonders das
größte Wasserbecken betreffend, der Lagune von Venedig,
Gegenstand einer jahrhundertlangen wasserbautechnischen
Instandsetzung, sei es an der Meeresseite, mit imposanten
Schutzwerken gegen die Meeresfluten, sei es auf dem Festland,
durch die Umleitung der Zuflüsse und das Anlegen von Ausflusskanälen.
Dies alles, um dieses empfindliche Gleichgewicht
zu schützen, das in seinem Inland Siedlungen, maritime Aktivitäten
und die Fischzucht ermöglicht hat. In ihrem heutigen Zustand zeigt
sich die Lagune von Venedig mit einer Fläche von 550 km_ und
einer mittleren Tiefe von 1,2 Metern, vom Meer durch einen
Küstenstrich getrennt, der sich über zirka 60 km von der Mündung
der Piave zu der, der Adige (Etsch) erstreckt und von den
Hafenöffnungen des Lido (800 m), Malamocco (400m) und
Chioggia (380 m). Sie ist eins der weitläufigsten Feuchtgebiete
des Mittelmeerraums, aufgrund der landschaftlichen, historischen
und ökonomische Werte weltweit einzigartig. Im Inland des
Lagunenbeckens befinden sich die Städte Venedig und Chioggia und
mehr als 50 weitere Inseln, wie Murano, Burano und Torcello.
Die
Schifffahrt bedient sich eines Kanalnetzes von 1.580 km, das den
Austausch des Lagunenwassers gewährleistet.
Die „Barene“ erstrecken sich über eine Fläche von 70 km_, Land auf der Höhe
des Wasserspiegels, das eine bedeutende Rolle im
Wassergleichgewicht der Lagune spielt.
Die Brackwasserteiche zur
Fischzucht (Valli da Pesca) erstrecken sich über zirka 90 km_ und
liegen entlang des Lagunenrandes im nördlichen und mittleren
südlichen Bereich.
Die Obere Adria beeinflusst das Ökosystem der
Lagune mit ihren Gezeiten, die zweimal täglich in die Lagune durch
die afenöffnungen hinein- und herausströmen und dabei zwei
Höchst- und zwei iefsstände erzeugen. Das Phänomen wird durch
eine Gesamtheit von meteorologischen und astronomischen
Ereignissen reguliert und es wird eine Schwankung von zirka 70
cm, zwischen –20 und + 50 cm, verzeichnet.
Die ausgetauschte
Wassermenge liegt im Durchschnitt um 400 Millionen m_ täglich,
jedoch ist auch eine Ausnahme, wie das ogenannte „Acqua alta“
(Hochwasser) zu verzeichnen, das als erste Konsequenz die Überschwemmung des historischen Zentrums von Venedig hat. |